Zahnheilkunde

Zahnheilkunde

Unsere Zahnabteilung bietet ein großes Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten, die weit über die herkömmliche Zahnreinigung hinaus geht. Durch jährliche Fortbildungen auf dem Gebiet der Zahnheilkunde können wir sehr spezialisierte und individuelle Behandlungen von Hund, Katze und Heimtieren anbieten.

Die Zahnheilkunde beim Tier hat einen vergleichbar großen Stellenwert wie beim Menschen . Die Zahngesundheit nimmt starken Einfluss auf die allgemeine Gesundheit und die Lebensqualität. So können Erkrankungen der Nieren, der Leber, der Lunge und des Herzens in direktem Zusammenhang mit Erkrankungen der Maulhöhle stehen. Beim Menschen ist bereits erwiesen, dass eine schlechte Zahnhygiene das allgemeine Tumorrisiko ansteigen lässt.

Häufig gestellt Fragen

  • Wie häufig müssen die Zähne und die Maulhöhle meines Tieres untersucht werden?
    Wir raten, die Zähne und Maulhöhle einmal im Jahr gründlich untersuchen zu lassen. Liegen bei Ihrem Tier bereits chronische Veränderungen vor, sind in der Regel häufigere Kontrollen notwendig. Auch im Welpenalter sollten zahnmedizinische Untersuchgen stattfinden, um Kiefer.- und Zahnfehlstellungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Vor allem Hunde sollten im Alter zwischen 12 und 14 Wochen und nochmals zwischen dem 5. bis 6. Lebensmonat vorgestellt werden.
  • Wie lange dauert eine Zahnsanierung und wann kann ich meinen Liebling wieder abholen?
    Die Dauer einer Zahnsanierung ist je nach Eingriff sehr unterschiedlich und dauert i.d.R. zwischen 45 Minuten und 3 Stunden. Die Überwachungsphase nach der Behandlung dauert nochmals weitere zwei bis vier Stunden. Am Tag der Zahnsanierung wird also ganz individuell für Ihren Liebling ein Zeitplan erstellt und ein Termin zur Abholung vereinbart.
  • Wann und was darf ich meinem Tier nach einer Zahnsanierung füttern?
    In der Regel darf Ihr Liebling schon am gleichen Tag wieder fressen. Am besten werden kleinere Portionen vertragen. Wurde eine Wundnaht durchgeführt, raten wir dazu, in den nächsten 14 Tagen das Trockenfutter einzuweichen oder Nassfutter zu füttern. Auch sollte in dieser Zeit auf Kauartikel verzichtet werden.
  • Kann sich, nach Extraktion eines Zahnes, Futter in der Extraktionshöhle ansammeln? Und bedarf es hierbei einer speziellen regelmäßigen Reinigung?
    Nach jeder Zahnextraktion erfolgt der Verschluss der Extraktionshöhle (Alveole) durch eine Wundnaht des Zahnfleisches. Bei größeren Zähnen, wie Fangzähnen und Reißzähnen, ist das zur Verfügung stehende Zahnfleisch nicht ausreichend, um die Wunde zu verschließen. Hier wird ein Flap (Lappenplastik) aus der Maulschleimhaut präpariert, der die Wunde abdeckt. Somit kann kein Futter in die Extraktionshöhlen gelangen, und eine Reinigung ist nicht notwendig.
  • Müssen die Fäden in der Maulhöhle gezogen werden?
    Nein! Wir verwenden hier ausschließlich resorbierbare Fäden, die sich vollständig auflösen. Je nach Material und Stärke des Fadens kann dies zwischen fünf Tagen und sechs Wochen dauern.
  • Was sind Zahnfleischtaschen? Und ist hier eine Behandlung notwendig?
    Normalerweise liegt das Zahnfleisch dem Zahn fest an. Maximal sollte ein kleiner Sulcus zwischen Zahn und Zahnfleisch sondierbar sein. Vertieft sich dieser Sulcus, entsteht eine Tasche, in welcher sich Plaque, Zahnstein, Bakterien, Futterreste und Haare ansammeln können. Daraus resultiert eine Entzündung, die immer weiter in die Tiefe fortschreitet. Bei den Zahnfleischtaschen unterscheidet man zwischen den „Pseudotaschen“ und den „Echten Zahnfleischtaschen“. Die Pseudotasche entsteht durch aufgetriebenes Zahnfleisch (=Gingivahyperplasie). Zunächst liegt hier noch keine Parodontitis vor. Bei rechtzeitiger Entfernung dieser Taschen, bleibt der Zahnhalteapparat also erhalten. Bei der Echten Zahnfleischtasche liegt bereits eine Parodontitis vor, d.h. hier ist der Zahnhalteapparat schon angegriffen, ein Abbau von Alveolarknochen liegt vor. Um diesen Zahn zu erhalten, sollte schnellstmöglich eine parodontale Behandlung erfolgen. Je nach Ausmaß des Befundes wird eine geschlossene oder offene Kürettage vorgenommen. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, den Knochen mit Ersatzmaterial aufzubauen und antibakterielle Medikamentendepots zu setzten. Das regelmäßige Zähneputzen im Anschluss an die Behandlung ist für eine gute Prognose wichtig. Bei jeder Form der Zahnfleischtasche ist also eine Behandlung notwendig, deshalb wird bei jeder routinemäßigen Prophylaxe der Zahnstatus erfasst und die Sulcustiefen ausgemessen, um eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen. Hier gilt: „Je früher erkannt, umso besser die Prognose!“
  • Was sind persistierende Milchzähne? Müssen diese gezogen werden?
    Die Milchzähne sind die ersten Zähne Ihrer Lieblinge. Sie haben eine Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne. Normalerweise resorbieren die Wurzeln, und der Milchzahn fällt aus. Somit hat der bleibende Zahn Platz und wird nach oben geschoben. Ist das nicht der Fall, drückt sich der bleibende Zahn am Milchzahn vorbei, und beide Zähne sind zur gleichen Zeit sichtbar. Dann liegt ein persistierender Milchzahn vor. Diese zwei Zähne liegen nun dicht nebeneinander, da sie sich ja den Platz teilen müssen. Zwischen den beiden Zähnen sammeln sich zunächst Plaque und Bakterien, es besteht die Gefahr einer Entzündung. Das Hauptproblem besteht jedoch in der Tatsache, dass der bleibende Zahn nicht an seinem vorgesehenen Platz zum Liegen kommt, da dieser ja vom Milchzahn besetzt ist. So entstehen zum Beispiel Zahnfehlstellungen wie der Caninussteilstand (= Fangzahnengstand). Deshalb sollten Milchzähne, sobald der bleibende Zahn sichtbar wird, immer extrahiert werden. So kann im besten Fall eine Zahnspange vermieden werden.
  • Muss ein frakturierter Milchzahn versorgt werden?
    Die Fraktur eines Milchzahnes führt zu einer Pulpitis (=Entzündung des Zahninneren). Es kommt zur Überleitung der Entzündung und Infektion in den umliegenden Kieferknochen, wodurch eine Schädigung des bleibenden Zahnkeimes entstehen kann. Der bleibende Zahn kann dadurch eine Veränderung in Form und Substanzaufbau aufweisen, im Kieferknochen liegen bleiben (= impaktierter Zahn) oder fehlgestellt nach oben schieben. Um den bleibenden Zahn zu schützen, muss der frakturierte Milchzahn gezogen werden.
  • Welche Symptome zeigt meine Katze bei Erkrankung der Zähne oder des Zahnfleisches?
    Katzen zeigen ihre Schmerzen sehr unterschiedlich, manchmal verhalten sie sich sogar völlig unauffällig. Zu den ersten Anzeichen zählt sicher der Mundgeruch, auch Speicheln wird beobachtet. Mangelndes Pflegeverhalten (schlecht gepflegtes Haarkleid) ist ein weiteres Indiz. Bei jeder Veränderung im Fressverhalten, sei es einseitiges Kauen, Kopfschiefhaltung beim Kauen, Verweigerung von Trockenfutter oder reduzierte Futteraufnahme, verhärtet sich der Verdacht auf eine Erkrankung der Maulhöhle. Manche Katzen zeigen sogar Wesensveränderungen. Sie ziehen sich vermehrt zurück, fauchen beim Fressen, Schlagen nach dem Futternapf oder wollen nicht mehr am Kopf gestreichelt werden.
  • Soll ich meinem alten Tier noch eine Zahnbehandlung zumuten?
    Ältere Hunde und Katzen werden oft mit chronischen Entzündungen des Zahnhalteapparates (=Parodontitis) vorgestellt. Chronische Infektionen in der Maulhöhle führen zu dauerhaften und zunehmenden Schäden an den inneren Organen, vor allem an Herz, Nieren, Lunge, Leber. Trotz der chronischen Schmerzen leiden die Tiere dabei oft stumm, so dass es die Besitzer nicht mitbekommen. Vor jedem Eingriff wird zur Sicherheit die Narkosefähigkeit überprüft. Dies bedeutet, dass beim älteren Tier mehrere Voruntersuchungen nötig sind. Dazu gehört die Blutuntersuchung, aber ggf. auch eine Röntgenaufnahme des Thorax, zur Beurteilung von Herz, Lunge und Gefäßen. Des Weiteren kann die Herzfunktion mittels Echocardiographie und Blutdruckmessung beurteilt und somit Narkose, Infusionsrate und Medikamente je nach Herzleistung angepasst werden. Gegebenenfalls muss ein Tier erst ein paar Wochen auf Herzmedikamente eingestellt werden, bevor eine Narkose möglich ist. Auch in der Narkose erfolgt eine ständige Kontrolle aller Vitalparameter (Atmung, Herzschlag, Puls, Körperinnentemperatur) sowie eine Überwachung der Sauerstoffsättigung. Auch kommen EKG und Messung des Kohlendioxids in der ausgeatmeten Luft zum Einsatz. Bei unseren älteren Patienten berichten die Besitzer nach einer Zahnsanierung oft, dass ihre Lieblinge wie ausgewechselt erscheinen. Sie sind neugieriger, beschnuppern wieder ihre Umgebung, wirken lebhafter und nehmen wieder mehr am Leben ihrer Besitzer teil. Nur in sehr seltenen Fällen kann ein Tier nicht mehr in Narkose gelegt werden. In diesem Fall erstellen wir einen individuellen alternativen Behandlungsplan!

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