Kardiologie

Kardiologie

Die Kardiologie ist die Lehre vom Herzen und ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Da unsere Haustiere ebenso an altersbedingten degenerativen Klappenerkrankungen leiden wie der Mensch, und auch angeborene Herzerkrankungen bei Hunden und Katzen vorliegen können, ist eine genaue Untersuchung des Herzens von Nöten.

Viele Rassen zeigen zudem eine Prädisposition, an einer bestimmten Herzerkrankung zu leiden. Eine Liste der betroffenen Rassen finden sie hier.

Das Kleintierzentrum Walluf verfügt über die Möglichkeit des digitalen Röntgens zur Beurteilung der Herzgröße und des Lungenfeldes sowie der Echo- und Elektrokardiographie (Langzeit-, Kurzzeit-EKG). Des Weiteren besteht die Möglichkeit der nichtinvasiven Blutdruckmessung sowohl mit Hilfe des Dopplermessgeräts als auch mit dem modernen oszillometrischen Blutdruckmessgerät. 

Somit ermöglicht das Kleintierzentrum Walluf durch die moderne apparative Ausstattung eine umfassende Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems. 

Echokardiographie (Herzultraschall)
Die Echokardiographie ist die Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall. Es ist eines der wichtigsten nichtinvasiven Untersuchungsmethoden zur Beurteilung der Größe und der Funktion des Herzens. Es dient zur Klassifikation des Schweregrades der Erkrankung, zur optimalen Therapieeinstellung sowie zur Einschätzung des Narkoserisikos und ist somit ein unverzichtbarer Bestandteil der kardiologischen Diagnostik.

Im Kleintierzentrum Walluf steht ein Philips iE33 für die echokardiographische Untersuchung zur Verfügung. Das High-End Ultraschallgerät verfügt über die Standardmodalitäten wie zweidimensionale und M-Mode Echokardiographie zur morphologischen Beurteilung des Herzens sowie über einen Blutflussdoppler (PW-, CW-, Farbdoppler) zur Darstellung der Richtungen und Menge des Blutflusses und dessen Geschwindigkeiten, welche insbesondere beim Vorliegen von Klappenerkrankungen wie Insuffizienzen und Stenosen oder auch bei angeborenen Herzerkrankungen und Shunts große Bedeutung haben. 

Bei der echokardiographischen Untersuchung liegen die Tiere auf der Seite auf einem speziellen Untersuchungstisch, welcher über ein ergonomisch ausgeschnittenes Fenster verfügt. Das Herz wird von unten angeschallt, dies ermöglicht somit eine optimale Darstellung. Die Untersuchung wird von Hunden, Katzen und auch von Heimtieren sehr gut toleriert, so dass eine Sedation der Tiere in der Regel nicht nötig ist.

Elektrokardiographie (EKG)
Die Elektrokardiographie dient der Diagnose von Herzrhythmusstörungen. Eine Indikation liegt vor, wenn beim Abhören eine Unregelmäßigkeit festgestellt wurde oder z.B. sehr schnelle oder sehr langsame Herzfrequenzen aufgefallen sind. Des Weiteren ist bei Synkopen (Ohnmachtsanfälle) oder hochgradiger Leistungsinsuffizienz eine elektrokardiographische Untersuchung ratsam. 

Das Kleintierzentrum Walluf verfügt über ein mehrkanaliges EKG (sechs Gliedmaßenableitungen, eine Brustwandableitung). Für die Untersuchung müssen die Tiere auf der rechten Seite liegen.  Die Laufzeit beträgt i.d.R. drei Minuten. 

Langzeit- EKG, 24 Stunden Holter-EKG
In bestimmten Fällen ist die Durchführung eines ambulanten 24-Stunden-EKG (Holter-EKG) nötig, da verschiedene Arrhythmien während des Kurzzeit-EKG nicht detektiert werden können. Mit dem telemetrischen EKG-System für die Veterinärmedizin ist es möglich, ein EKG von Tieren während ihrer normalen täglichen Aktivität aufzuzeichnen. Eine weitere Indikation für das 24-Stunden-EKG sind zum einen die Diagnostik von Synkopen sowie die Kontrolle von Rhythmusstörungen unter antiarrhythmischer Therapie. Bei bestimmten Hunderassen (Dobermann, Boxer) liegt zudem eine Rasseprädisposition für die Entwicklung von malignen Arrhythmien vor, weshalb zur Detektion regelmäßige Routine-Langzeit-EKG Untersuchungen erfolgen sollten. 

Für die 24 Stunden Holter EKG-Untersuchung wird das Tier zum Anbringen der Elektroden an vier Stellen am Brustkorb geschoren und das EKG-Gerät wird mit einem Brustverband fixiert. Die EKG-Daten werden auf einer SD-Karte im Televet100 aufgezeichnet und können anschließend am PC analysiert werden.

Blutdruckmessung
Im Kleintierzentrum Walluf besteht die Möglichkeit zur nichtinvasiven Blutdruckmessung. Für die Untersuchung steht ein HDO-Messgerät (High-Definition-Oscillometry-Messgerät) sowie ein Dopplermessgerät zur Verfügung. Mittels des HDO-Messgeräts kann über eine spezielle Blutdruckmanschette, die an den Gliedmaßen oder der Rute angelegt wird, der systolische, diastolische sowie der mittlere arterielle Blutdruck bestimmt werden. Das Dopplermessgerät findet vor allem bei Katzen und kleinen Hunden unter 5kg Körpergewicht Anwendung. Die Blutdruckmessungen dauern in der Regel nur wenige Minuten. Das Tier sollte sich dazu idealerweise in Brust- oder Seitenlage befinden. 

Weitere Informationen

Eine Übersicht der Rasseprädispositionen als PDF - Download

Häufig gestellte Fragen

  • Kann ich bei der echokardiographischen Untersuchung dabei sein?
    Ja, selbstverständlich.

  • Muss mein Tier für die Untersuchung in Narkose gelegt werden?
    In den meisten Fällen ist eine Sedation der Tiere nicht nötig und sogar hinderlich für die genaue Untersuchung und Beurteilung der Herzfunktion.

  • Muss mein Tier für die Untersuchung rasiert werden?
    Für eine gute Darstellung des Herzens ist dies zum Teil und vor allem bei langhaarigen Tieren nötig.

  • Wie erkenne ich, ob mein Tier an einer Herzerkrankung leidet?
    Schnelles Ermüden, Leistungsinsuffizienz, Hecheln, Husten, Atemnot, Blaufärben der Zunge, Synkopen (Ohnmachtsanfälle).

  • Sollte eine kardiologische Abklärung erfolgen, wenn bei meinem Tier ein Herzgeräusch festgestellt wurde?
    Eine kardiologische Untersuchung ist in jedem Fall ratsam, auch wenn Ihr Tier keine Symptome zeigt. Eine frühzeitige und genaue Abklärung des Herzens kann ebenso wie beim Menschen nicht nur lebenszeitverlängernd, sondern auch lebensrettend sein.

  • Wie zähle ich die Ruhe-Atemfrequenz richtig aus?
    Die Ermittlung der Ruhe-Atemfrequenz dient zur Einschätzung, ob eventuell eine dekompensierte Herzerkrankung mit Stauungsanzeichen in der Lunge vorliegt. Hierzu werden den Besitzern Atemfrequenz-Tagebücher mitgegeben, um die Ruhe-Atemfrequenz zu Hause zu messen. Ein Atemzug ist die Ein- und die Ausatmung, welche man am Heben und Senken des Brustkorbes feststellen kann. Die normale Atemfrequenz liegt bei Hunden und Katzen unter 35 Atemzügen pro Minute.
  • Wie oft sollten kardiologische Kontrollen durchgeführt werden?
    Dies ist abhängig vom Schweregrad der Herzerkrankung und muss individuell bestimmt werden.

Am Klingenweg 21, 65396 Walluf
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