Heimtiere

Heimtiere

Wir betreuen Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas und Co. mit der gleichen Sorgfalt wie unsere anderen Patienten. Für die Heimtiere ist ein ruhiges und geduldiges Klima sehr wichtig für den Wohlfühlfaktor. Deshalb nehmen wir uns für jede Untersuchung und Behandlung ausreichend Zeit.

Für ein gesundes und glückliches Heimtierleben sind die richtige Haltung und Fütterung sowie eine gute medizinischen Prophylaxe (wie z.B. Zahn-Check-ups, Impfungen, Endo- und Ektoparasitenkontrolle) ausschlaggebend. Wir beraten Sie diesbezüglich gern!

Vor allem Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchillas haben oft Zahnfehlstellungen, die regelmäßig kontrolliert und korrigiert werden sollten. Ursachen für solche Zahnprobleme sind in erster Linie in der falschen Fütterung zu suchen. Für weitere Informationen klicken Sie bitte auf Heimtiere im Leistungsspektrum Zahnheilkunde. 

Ein ebenfalls häufiges Problem sind Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts wie Durchfall oder Verstopfung. Hier ist ein schnelles Eingreifen nötig, da der Verdauungstrakt dieser Tiere sehr empfindlich ist. Unbehandelt können solche Probleme zur Aufgasung des Darms oder Magens und im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führen.

Auch bei unseren kleinen Lieblingen können ausführliche diagnostische und therapeutische Maßnahmen bis hin zu chirurgischen Eingriffen und stationärer Aufnahme durchgeführt werden.

Häufig gestellte Fragen

  • Ist es nötig, mein Kaninchen im Rheingau impfen zu lassen?
    Ja. Eine Impfung ist immer dann nötig, wenn in diesem Gebiet eine große Population von Wildkaninchen zu Hause ist. Wildkaninchen lieben die Weinberge und bauen ihre Tunnel- und Höhlensysteme auch gern entlang der Bahnstrecke. Auch über genügend Stechmücken können wir uns hier nicht beklagen, deshalb ist eine Ansteckungsgefahr mit Myxomatose leider hoch und mit RHD (=Chinaseuche) möglich. Wir bekommen jedes Jahr viele Wildkaninchen mit Myxomatose gebracht, die leider eingeschläfert werden müssen.
  • Wie oft muss mein Kaninchen geimpft werden?
    Wir impfen Kaninchen zweimal im Jahr gegen Myxomatose und RHD. Mittlerweile gibt es einen Impfstoff, der nur einmal im Jahr injiziert werden muss, dieser hat jedoch entscheidende Nachteile. Bei Kaninchen, die jahrelang zweimalig im Jahr gegen Myxomatose geimpft wurden, besteht die Gefahr, dass bei Impfung mit dem neuen Myxo-RHD-Kombi-Impfstoff eine Bildung von Impfantikörpern gegen Myxomatose ausbleibt und somit kein Schutz besteht. Dies ist nicht der Fall, wenn längere Zeit nicht mehr geimpft wurde oder ein junges Kaninchen zum ersten Mal geimpft wird. Des Weiteren gibt es einen neuen RHD Virusstamm (RHD-2), der über Frankreich nach Deutschland eingeschleppt wurde. Gegen RHD-2 bietet der neue Impfstoff keinen Schutz. Wir impfen deshalb mit dem Cunivak RHD-Einzelimpstoff, dieser ist zum Schutz gegen die letale Wirkung von RHD-2 seit Frühjahr 2015 in Deutschland neu zugelassen worden. Es bedarf einer Grundimmunisierung von zwei Injektionen im Abstand von drei Wochen. Damit kann die Gefahr des tödlichen Ausganges einer RHDV2-Infektion stark reduziert werden. Sie schützt jedoch nicht vor Krankheitssymptomen wie vorübergehendem Fieber und gelegentlicher reduzierter Futteraufnahme.
  • Kann ich meine Meerschweinchen und Kaninchen mit Fertigfutter gesund ernähren?
    Nein. Das Füttern von Fertigfutter ist zwar einfach in der täglichen Handhabung, aber leider nicht gesund für Ihren kleinen Liebling. Die angebotenen Fertigfutter sind zu energiereich, sie enthalten zu viel Zucker und Fett. Die Tiere werden davon schnell satt und der stundenlange Mahlabrieb der Zähne wird dadurch unterbunden. Heimtiere, die energiearmes Futter wie Heu, Gräser, Kräuter, Gemüseblattgrün und Zweige von Obstbäumen bekommen, sind fast den ganzen Tag mit der Futteraufnahme beschäftigt. Dies sorgt für den optimalen Abrieb der permanent wachsenden Schneide-und Backenzähne. Beim Kaninchen wachsen die Scheidezähne 2mm in der Woche und die Backenzähne 2-5 mm im Monat. Wird nun ausschließlich Fertigfutter angeboten, werden die Zähne nicht ausreichend abgeschliffen, und die Zähne werden länger und länger, bis eine physiologische Okklusion (=Verzahnung) nicht mehr möglich ist. Die Zähne verändern ihre Lage im Zahnfach, und es entsteht eine Zahnfehlstellung.
    Dann können nur noch regelmäßige Zahnkorrekturen helfen. Auch ist das angebotene Fertigfutter viel zu dick und hart. Kaninchen und Meerschweinchen zeigen eine völlig andere Kaubewegung als der Mensch oder Hund und Katze. Der Mensch zerdrückt die Nahrung zwischen den Zähnen, indem er den Unterkiefer immer wieder gegen den Oberkiefer drückt. Bei Kaninchen und Meerschweinchen ist das völlig anders. Beide zeigen eine Mahlbewegung. Beim Kaninchen wird der Unterkiefer immer wieder von der einen zur anderen Seite hin und her geschoben. Und das Meerschweinchen schiebt den Unterkiefer erst zur einen Seite, dann nach vorne, dann zur anderen Seite und wieder nach vorne. Dabei zerdrücken die Zähne das Futter nicht, sondern zermahlen es. Deshalb ist Futter, welches blattdünn ist, ideal für diese Zähne. Ein Stück Trockenfutter hingegen muss völlig atypisch zerdrückt werden. Dabei entsteht eine große axiale Druckbelastung am Zahn. Eine mögliche Folge ist das retrograde Wachstum des fehlbelasteten Zahnes, d.h. er wächst in die falsche Richtung und kann in die Nasen-oder Augenhöhle einbrechen oder aus dem Unterkieferknochen ausbrechen. Der Ursprung des Fertigfutters liegt in der Masthaltung. Ziel der Masthaltung ist es, die Kaninchen schnell auf Schlachtgewicht zu bringen. Die Zahnproblematik spielt in diesem Fall keine Rolle mehr, da das Lebensalter dieser Tiere stark begrenzt ist. Untersuchungen zeigen aber, dass es kaum ein Schlachtkaninchen ohne Zahnveränderungen gibt. Das zweite Problem der Fertigfutterfütterung ist der hohe Zucker- und Fettanteil. Der Magen-Darmtrakt unserer Lieblinge ist extrem empfindlich. Die physiologische Bakterienflora im Darm, die unentbehrlich für eine gesunde Verdauung und Energiebereitstellung ist, wird durch den hohen Zucker- und Fettgehalt verändert.
    Dann werden die nützlichen Bakterien von den unnützlichen oder sogar krankmachenden Bakterien verdrängt. Folgen sind z.B. immer wiederkehrender Durchfall, Aufgasungen, Vitaminmangel, schlechte Futteraufnahme, schlechter Allgemeinzustand, kürzere Lebenserwartung. Pro Tier und Tag darf maximal ein Esslöffel Fertigfutter gefüttert werden. Aber ehrlicherweise ist selbst das aus den oben genannten Gründen schon zu viel. Wenn Sie die Fütterung Ihres Lieblings nun umstellen wollen, lassen Sie sich dabei viel Zeit! Die Umstellung, also die Entwöhnung vom Fertigfutter und das Gewöhnen an Frischfutter (frisch und getrocknet), muss langsam über mehrere Wochen erfolgen.
  • Muss mein Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchilla… für die Behandlung in Narkose nüchtern sein?
    Nein! Heimtiere wie Kaninchen und Nager dürfen (im Gegensatz zu Hund und Katze) nicht nüchtern zur Narkose kommen. Bieten sie ganz normal Futter und Wasser an. Um entsprechende Maßnahmen treffen zu können, sagen sie uns bitte Bescheid, wenn ihr Tier an diesem Tag die Futteraufnahme verweigert hat. Auch nach der Narkose sollen Heimtiere sofort wieder Futter aufnehmen.
  • Welches sind die ersten Anzeichen eines Zahnproblems beim Kaninchen oder Nager?
    Bevor Kaninchen und Nager die Futteraufnahme völlig einstellen, können oft schon kleine Hinweise für eine Erkrankung der Zähne festgestellt werden. So können z.B. eine oder mehrere hier genannten Veränderungen auftreten:
    • schief abgeschliffene Schneidezähne
    • zu lange Schneidezähne
    • häufige Verdauungsprobleme wie Durchfall
    • nasses Fell im Bereich des Halses (durch vermehrtes Speicheln)
    • reduzierte Fellpflege
    • tränendes Auge
    • Knochenauftreibungen am Unterkiefer
    • selektive Futteraufnahme (weiches Futter wird gefressen, hartes Futter wird liegen gelassen.)
    • Gewichtsverlust (es ist ratsam, Ihren Liebling einmal die Woche zu wiegen, so können Sie sehr früh gesundheitliche Veränderungen feststellen.)

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